Montag, Juli 17, 2006

OKAVANGO DELTA


Bei Familie Grimm stellt sich heraus, dass wir unseren Unimog problemlos dalassen können. Auf dem Hof stehen noch ein paar andere Fahrzeuge aus Deutschland, z.B. ein Iveco.
Und weiter: Gegen Nachmittag sehen wir an einer Raststätte einen andern Unimog stehen, der zum Verkauf angeboten wird. Wie sich herausstellt ebenfalls Ex-Bundeswehr. Der Besitzer, Jan, ist Südafrikaner und gerade dabei, die Tankstelle zu kaufen. Trotzdem bleibt noch Gelegenheit zu einem kleinen Schnack und wir werden eingeladen, auf dem Rückweg hier zu übernachten, damit man mal in Ruhe die Autos nebeneinander stellen kann. Machen wir natürlich! Wir übernachten an der Grenze zu Botswana und lernen eine Gruppe von Jugendlichen kennen, die mit Ihren Betreuern auf einer Schulfreizeit nach Botswana fahren. Gibt Schlimmeres! Wie sich herausstellt unternimmt einer der Betreuer, die uns in unsrem Unimog besuchen kommen, regelmäßig Segeltouren von Kapstadt aus. Seine Visitenkarte legen wir mal prophylaktisch ganz nach oben…
Am nächsten Tag geht es über die Grenze und nach Ghanzi. Alles reibungslos auch wenn wir leider ordentlich zur Kasse gebeten werden. Auf der Weiterfahrt fällt uns auf, dass die Karre irgendwie lauter ist als sonst. Als wir schliesslich anhalten stellt sich heraus, dass das Flexrohr an unserem selbstgebastelten Auspuff an zwei Stellen gerissen ist. Eine Sofortreparatur mit Schellen bringt nicht den gewünschten Effekt und wenn die Karre vorher schon verdammt laut war kündigen wir jetzt unsre Ankunft schon 10 Minuten im Voraus an.
Obwohl nicht notwendig, da Weiterfahrt prinzipiell möglich, beschliessen wir die Sache gleich an Ort und Stelle in Ghanzi richten zu lassen. Schweisserbude Nr 1: genug Gas vorhanden, aber das Gerät ist leider gerade kaputt, Schweisserbude Nr 2: kein geeignetes Gerät vorhanden, Schweisserbude Nr. 3 („Ironage Panel Beaters“).: Gerät vorhanden aber der Sauerstoff ist alle. Der wird dann per Pickup unbürokratisch schnell noch organisiert und per Fusstritt abgeladen, damit es losgehen kann. Einer schweisst, 10 Leute (inklusive wir) gucken zu und erzählen Geschichten von Zuhause und wie man es auch noch machen könnte. Tatsächlich kann der Schaden behoben werden, nach langer schwieriger Verhandlung, die von beiden Seiten freundschaftlich, aber in der Sache hart geführt wird, ist man sich auch über den Preis einig. Als Bonus verschenkt Marc auch noch sein T-Shirt („Fifa World Cup Germany 2006“), was den neuen Besitzer zum Strahlen bringt.
Den Abend verbringen wir mit Fussball in der Thakadu Lodge. Ein wirklich nett geführter Laden mitten im Kalahari-Busch, die weisse Stadtjugend kommt abends hier vorbei und spielt ein bisschen Billard. Es ist schneidend kalt (Kalahari!!!), die Bar ist nach allen Seiten offen, aber wir sitzen mit dem Rücken zum heissen Kamin und probieren die exzellente hauseigene Linsensuppe. Marc hat genug von lauwarmem Wasser zum Duschen und legt unter dem Kessel noch ein paar Holzscheite nach. Anschliessend wissen wir, wozu das Rohr an der Seite angeschweisst ist. Bei Überdruck im Kessel gibt es daraus eine meterhohe Fontäne…
Nach einem seit langer Zeit mal wieder ausführlichen englischen Auswärts-Frühstück geht es weiter zum Okavango-Delta. Wir haben hin und her überlegt und uns schliesslich entschieden, zunächst eine Mokoro-(Einbaum)tour im westlichen Delta zu unternehmen. Hier gibt es das „klassische“ Deltaerlebnis mit reichlich Wasser, Schilf, Papyrus und völliger Einsamkeit. Wir fahren zunächst in die Nguma Lagoon Lodge, die Anfahrt ist tiefsandig und es gibt eine ausgedehnte Wasserdurchquerung, die Lodge selbst ist extrem idyllisch direkt am Deltarand gelegen, hier kann man so richtig die Füße hochlegen, es bleibt einem auch gar nichts anderes übrig. Dies tun auch Chris und Zanne, die hier ebenfalls Gäste sind. Wie sich herausstellt, sind die zwei aus Port Elizabeth und kennen Alan Heller (siehe Bericht Port St. Johns). Chris hat eine exzellente selbstgemachte Drywoers mitgebracht und Zanne führt uns ihr Spezialrezept für Butternut vor. Beides drängen sie uns förmlich auf. Bei aller langjährig mühsam anerzogener Bescheidenheit siegt schliesslich doch der Appetit.
Nach einem Tag Schocklagerung und der erlösenden Nachricht vom 2:0 gegen Schweden geht es am nächsten Morgen mit der dreitägigen Mokoro-Tour los. Man kann sich das so vorstellen: Man nimmt alles, wirklich alles mit, was man die nächsten Tage brauchen wird, sprich Nahrung, Zelt, Schlafsack, zwei Stühle, Töpfe, Kleidung, Streichhölzer, Geschirr und zum Zeitvertreib ein Buch. Kein Handy, kein Geld. Zunächst werwird man per Motorboot (ohnmachtssichere Schwimmweste ist Pflicht trotz aller Ausreden!!)zum Mokoro-Island gebracht, das tief im Delta liegt. Von dort geht es dann per Mokoro weiter, häufig mitten durch das Schilf. Jedes Mokoro wird von einem Poler bedient, der das Boot durch Staken auf dem meist flachen Grund steuert und fortbewegt. Insofern stellt dies aufgrund des sehr flachen Wassers und der minimalen Spuren, die man hinterlässt, sicherlich die optimale Fortbewegungsmöglichkeit im Delta dar. Zu zweit ist man mit zwei Mokoros unterwegs, eins für die Personen, eins für das Gepäck.
Unsere Poler sind Nico und **** (Name unaussprechlich) Wir sind davon ausgegangen, nur das Allernötigste dabei zu haben, aber die zwei beweisen uns, dass es mit noch weniger geht, z.B. braucht man keine Gabel (Löffel!!) und keinen Teller (Tasse!) An Nahrungsmitteln haben sie lediglich Maismehl und eine Nudel/Reis-Mischung sowie Tee dabei. Den Rest liefert das Delta. Auf diese Art produzieren sie während der gesamten Zeit keinen Müll!! Eine Matratze wird durch eine Unterlage aus Palmwedeln ersetzt. Sie haben allerdings einen Sitz mitgebracht, den man über einer zuvor ausgeschachteten Grube aufstellen kann. Fertig ist das Freiluft-Klo mit der besten Aussicht in ganz Afrika!
Die nächsten Tage sind gefüllt mit Feuermachen, Feuer wieder anmachen, Feuer ausmachen, Kochen auf dem offenen Feuer, Essen, Zelten, Fuss-Safaris auf den Inseln im Delta (Schwerpunkt Pflanzen und ihr Nähr- und medizinischer Wert, aber auch Elefanten, Hippos, Lechwe-Antilopen und Warzenschweine, dazu die frischen Spuren von Löwen und Leoparden), Geschichten erzählen, zur nächsten Insel fahren, Lesen usw.
Insgesamt steht das Naturerlebnis des Deltas mit der einzigartigen Wasserwelt aber klar im Vordergrund, es ist ziemlich paradiesisch.
Während der drei Tage gibt es ein bisschen Gelegenheit zum Kennenlernen, Nico erzählt uns von seinen Zukunftsplänen (eine Lodge aufmachen) und reichlich Geschichten (wie der Wasserbock zu dem Kreis auf seinem Hintern kam, warum das Flusspferd seinen Dung mit dem Schwanz verteilt u.v.m) **** ist eher zurückhaltender. Er geht regelmässig Fischen. Ein paar Stunden das Netz reingehängt und voller Fische (Tilapien) wieder rausgeholt, so einfach kann das sein. Schmecken auch wirklich lecker und wir lernen bei der Gelegenheit von ihm, wie man die Dinger professionell ausnimmt.
Weitere kleine Tricks: Beim Entfernen der Innereien kann man ausserdem das Fett rauspulen und zum Braten verwenden. Zum Abwaschen der Töpfe nimmt man entweder die Asche des Feuers oder eine seifeproduzierende Pflanze. Ein zerkautes Stück Papyrus kann man als Seil verwenden, ein Stück Palme mit durchgestecktem Querholm als Rührlöffel usw.
Nach drei Tagen ist es vorbei und wir freuen uns auf eine Dusche.
Noch am gleichen Tag geht es weiter zu den Tsodilo Hills, ein paar Hügeln mitten in der Pampa, wo ein paar prähistorische Schmierfinken ihre Graffiti an den Felsen hinterlassen haben. Da der Campingplatz kostenlos ist, aber auch gar nichts bietet (kein Wasser, kein Strom, kein Nix) haben wir hier reichlich Gelegenheit, die neuhinzugewonnenen Fertigkeiten (speziell Feuermachen) ohne Aufsicht zu verfeinern. Schön ist es auch mal wieder etwas mehr Bewegung zu bekommen, da wir doch in letzter Zeit viel im Auto gesessen haben. Wir erkunden in zwei Tagen zwei verschiedene gekennzeichnete Trails, die jeweils ein paar Stunden gemütlichen Wanderns in Anspruch nehmen. Das Wandern allein und die abgeschiedene Natur sind die Sache schon wert, die bis zu 20000 Jahre alten Buschmannzeichnungen (insgesamt ca. 4500 Stück), die nicht alle gekennzeichnet sind, peppen die Sache aber noch mal gewaltig auf und wir machen eine kleine Schnitzeljagd daraus. Auch wenn es sich natürlich um einen Stilbruch handelt, haben wir uns zum Einschlafen angewöhnt, mindestens eine Folge „24“ auf dem Laptop zu sehen (Dank an Stübi).
Da wir seit geraumer Zeit Hydraulikflüssigkeit für die Kupplung verlieren, kommt eigentlich nur der Nehmerzylinder an der Kupplung selber in Frage. Also schnell mal abgeschraubt das Ding. Tatsache, hier leckts in die Kupplung rein. Und wieder rein damit, da wir hier in der Wildnis eh nix dran ändern können. Beim Reinsetzen verabschiedet sich allerdings ein Bolzen mit einem satten „Klonk“ auf Nimmerwiedersehen tief in das Kupplungsgehäuse. „Qoud erat demonstrandum“, wie der Lateiner sagt. War sicher eine gute Idee, die ganze Aktion mitten in einer der einsamsten Gegenden Botswanas durchzuziehen. Da wir so noch nicht mal den Motor anlassen können, ohne endgültige Schäden an der Kupplung zu provozieren, erst mal schnell das Handbuch gewälzt. Keine Sonderwerkzeuge erforderlich, Glück gehört halt auch dazu! Schweiss von der Stirn abgewischt und los geht’s! Wir zerlegen also mit dem Bordwerkzeugsatz das Kupplungsgehäuse und passen schön auf, dass keins der vielen Einzelteile im weichen Sand verschwindet. Nach ca. 2 Stunden ist der Bolzen wieder da, wo er hingehört und keine Schraube übrig. Unsere Busch-Mechaniker-do-it-and-teach-it-yourself-Lernkurve zeigt somit weiter steil nach oben…
Und wieder auf die Strasse: Ab nach Maun, der Safarihauptstadt Botswanas am Südrand des Deltas, den Sieg gegen Argentinien gerade verpasst, Deutschland scheinbar im Stadium der kollektiven Glückseligkeit, 2 Tage Einkaufen, Rumgammeln, Wäsche waschen, Saubermachen, Emails schreiben, Telefonieren, Fussball gucken und das eine oder andere Bierchen verhaften. Ganz wichtig: Ein Rundflug über das Delta. Mit Recherchen und ordentlich Penetranz schaffen wir es, uns bei drei anderen Reisenden mit in das 6-sitzige Flugzeug zu drängeln, wodurch es für alle ein bisschen billiger wird, da man einen Pauschalpreis pro Flieger bezahlt. Nach kurzem Briefing gehen wir sofort in die Takeoff-Phase über, gefolgt von einem Konturenflug auf ca. 500 ft (150m) Höhe. Prädikat: Empfehlenswert!! Man bekommt einen guten Überlick über die Größe des Deltas und sieht erstaunlich viele Tiere. Die Piloten haben sichtlich Spaß an Ihrem Job, da sie die Mindestabstände beim Grüßen grob unterschreiten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
Wir verbringen noch einen weiteren Tag im Moremi Wildlife Reserve. Leider sind viele Wege aufgrund des hohen Wasserstandes noch gesperrt. Die Tiere sind allerdings ausgesprochen zutraulich, die Elefanten lassen sich durch uns beim Fressen in 3m Entfernung überhaupt nicht stören. Abends bekommen wir doppelten Besuch: Ruan ist ein junger Südafrikaner aus Bloemfontein, der uns erklärt, wie das so mit dem Heiraten bei den Schwarzen in Südafrika so läuft. Der Bräutigam muß seine Braut nämlich bei deren Vater bezahlen. Früher ging es dabei natürlich um Rinder, heute ist man aber pragmatisch einerseits auf Geld, andererseits auf sonstige Wertgegenstände umgestiegen. In der Praxis sieht das dann so aus. Vater besucht Schwiegersohn in dessen Wohnung: „Meine Tochter ist das Sofa und den Fernseher wert“. Ist man sich handelseinig geworden, kann sofort Schwiegervaters Pickup beladen werden. By the way: Lieber Marcus, es könnte sein, dass Peter demnächst mal unangemeldet vor Deiner Haustür steht, wir haben für ihn schon mal eine Liste interessanter Gegenstände in Deinem Besitz zusammengestellt. Sag schon mal tschüß zu Deinem Beamer und Deiner Stereoanlage! ;-)
Besuch Nummer zwei sind zwei Hyänen, die völlig ungerührt durch unsere nahe Anwesenheit eine Mülltonne nach Essbarem durchstöbern. Ruan hat direkt ein paar Geschichten von Hyänenangriffen auf Menschen in petto, woraufhin wir ihn darauf hinweisen, dass er im Zelt pennen muß und nicht wir.

Namibia Caprivi Streifen und ETOSHA NP


Höhepunkt der Tage: Im Ngepi Camp (supercoole Badegelegenheiten!) treffen wir Wolfgang und Lothar wieder, die ebenfalls Richtung Etosha unterwegs sind. Die Campingkosten dort lassen sich durch gemeinsame Nutzung eines Stellplatzes reduzieren und wo wir ein Schnäppchen riechen sind wir selbstverständlich sofort dabei!
Die zwei waren in Zimbabwe unterwegs. Auch wenn politisch einiges drunter und drüber gehen muss (wegen der hohen Inflation hat man auch kleinere Beträge immer kofferweise dabei und gibt alles Geld immer sofort aus) und ihr Auto aufgebrochen wurde, sind die beiden sehr angetan von ihren Reiseerlebnissen. Positiv natürlich auch, dass sie das ganze Land praktisch für sich alleine hatten.
Der Einfachheit halber reisen wir die naechsten Tage gemeinsam mit den beiden weiter, und reißen an Kilometern Richtung Etosha einiges ab. Ganz besonders geniessen wir, dass es Fleisch und Wurstwaren aller Art sowie sogar Brot nach deutscher Definition zu kaufen gibt, das heißt mit einem höheren Härtegrad als Klopapier. Wie wir spaeter erfahren, essen die Schwarzen deshalb am liebsten Weißbrot, weil es als besonders vornehm gilt, gewissermaßen ein Statussymbol ist. Etwas seltsam für unsere Augen in diesem Zusammenhang: Bei diversen Shoprites (hauptsaechlich Sambia) kaufen die Leute im Laden das frischgebackene Weißbrot und zwar ab 5 Stueck aufwaerts. Anschliessend wird das Brot an die draussen vor dem Supermarkt sitzenden Kollegen weitergereicht, die das Brot dann in der Originaltüte teurer weiterverkaufen. Im Laden selbst ist so immer eine Riesenschlange an der Brottheke und man hat die Wahl entweder zu warten oder teurer vor der Tür zu kaufen. Warum immer so kompliziert?
Eine ähnliche Sache ist die Geschichte mit dem Flaschenpfand auf die wir in Malawi das erste Mal gestoßen sind. Praktisch überall gibt es Flaschenpfand. Man kann aber die Flaschen gegen Vorlage des Bons nur dort zurückgeben wo man sie gekauft hat, also noch nicht mal bei einem Markt der gleichen Kette. Am Anfang sind wir richtig böse geworden, weil wir wirklich dachten, man will uns verscheißern, aber nein, das machen die bei allen so. Einen Sonderpreis für ein besonders kundenunfreundliches System! An dieser Stelle einen herzlichen Gruss an Herrn Trittin und sein Dosenpfand. Wir haben immerhin gelernt, dass man in Afrika viele Dinge nicht verstehen sondern einfach nur akzeptieren muss, um seine Nerven zu schonen.
Zurück zu Namibia. Wir erreichen schließlich den Etosha-Nationalpark und verbringen nach einem Gamedrive mit Lothar und Wolfgang im Konvoi über die Fisherspan die erste Nacht in Namutoni, einem ehemaligen Fort der deutschen sogenannten Schutztruppe aus der Kolonialzeit. Eine Ausstellung mit Ausrüstungsgegenständen und Fotos aus der damaligen Zeit gibt es auch. Wirklich interessant. Tagsüber versuchen Lothar und Wolfgang noch mal , einen ihrer Ersatzreifen zu flicken. Wir können mit den mitgebrachten Montiereisen helfen, da der Reifen von der Felge abgezogen werden muss und unser Hi-Lift Jack in Verbindung mit unserer Stosstange macht die Sache dann richtig handlich. Das Loch im Schlauch finden wir zwar auch im Swimmingpool nicht, aber der Spass war die Sache schon wert.
Eine Stunde vor Toreschluss erfahren wir allerdings von unsren Campingnachbarn, dass ein Löwenpärchen am Wasserloch Klein-Namutoni gesichtet wurde. Da Löwen auf unserer Big Five-Liste bisher noch fehlen können wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Mit Wolfgang und Lothar fahren wir los, zwei Leute sitzen die meiste Zeit auf dem Dach, bei den langsamen Geschwindigkeiten im Park kein Problem. Tatsächlich sind die beiden Grossen noch da, es hat sich schon eine kleine Fahrzeugschlange gebildet, aber von unserem Dach gucken wir locker über alle weg. Kurz darauf taucht auch noch eins der extrem selten gewordenen schwarzen Nashörner am Wasserloch auf, so dass wir uns entscheiden müssen. Die Löwen kriegen dann aber doch den Zuschlag. Lothar hat eine Spezialtechnik entwickelt, durch das Fernglas zu fotografieren, um noch ein bisschen mehr Zoom zu bekommen. Die Resultate können allerdings nicht komplett überzeugen…
Am nächsten Tag geht es weiter nach Okaukuejo, ein ganz schönes Stück, bummelig 100 km, das einem deutlich die riesigen Ausmaße des Nationalparks vor Augen führt, denn wir haben nur einen Bruchteil gesehen. Tiere auf der Strecke wirklich zuhauf, und auch besonders fahrzeugtolerant, diesbezüglich ist der Etosha eine Klasse für sich. Ganz speziell ist allerdings auch das Wasserloch in Okaukuejo. Direkt am Campingplatz kann man sich hinsetzen und den Tierchen beim Trinken zusehen, die in einer nicht abreissenden Kette an das Wasserloch kommen. Ganz brav warten sie ab, bis die Gruppe vor Ihnen fertig ist, nur die Elefanten drängeln sich vor und trinken fieserweise selbst direkt aus dem klaren Zufluß, den sie mit Ihren Rüsseln als einzige erreichen können, während sie hinten ins Wasserloch ein paar „Droppings“ fallenlassen.
Abends kommen dann mit ein klein bißchen Geduld auch Löwen, Hyänen und Nashörner zum Trinken. Für uns allerdings eine schwierige Entscheidung , denn Deutschland spielt gleichzeitig sein letztes Vorrundenspiel gegen Ecuador. Natürlich fiebern wir kräftig mit! NB: Als ob sie Gedanken lesen könnten werden wir bei jeder Gelegenheit von den Einheimischen gefragt, was wir denn wohl während der WM außerhalb von Deutschland suchen!
Und weil’s uns so gut gefällt noch ein Tag Etosha von Okaukuejo aus: jagende Löwen, der sogenannte Märchenwald (wegen der Spezialbäume, die hier wachsen) und das gegenseitige Geschichten- (Märchen-) erzählen mit Wolfgang und Lothar lassen die Zeit schnell vergehen.
Und weiter geht’s: Um die Unterstellfrage für unseren Unimog zu klären fahren wir zunächst nach Windhoek. Wir haben schon ein paar Adressen von deutschstämmigen Farmern gesammelt, die genau das anbieten. Also wieder reichlich Kilometer!!! Ein Zwischenstop in Okahandja. Rechts und links der Fahrbahn trockener Busch, hier in Namibia allerdings immer ein Zaun, da es sich um privates Farmland handelt.
In Windhoek statten wir Mercedes noch einen kurzen Besuch ab, da wir ein paar Dichtungen bestellen wollen. Vor der Tür ein 6x6-Unimog von Unicat aus Freiburg, Offroad-Dekadenz pur. Ist aber schon um einiges größer als unsrer. Ein spezielles Feature sind die Türgriffe, die man per Knopfdruck unter Strom setzen kann!

Botswana CHOBE NATIONAL PARK

Der versprochene Nachtrag zu den Funken aus unserem Armaturenbrett (Ort des Geschehens Südmosambik): Als wir uns an den regelmässigen Funken-Regen schon gewöhnt haben fällt während der Fahrt nach einem ordentlichen Schlagloch auf einmal ein Bundeswehr-Frühstücksmesser mit ordentlich Brandspuren in den Fussraum. Da hat wohl früher jemand nach dem Marmelade-Abschlecken das Messer auf dem Armaturenbrett über dem Sicherungskasten plaziert, bis sich das Ding einen Weg nach unten gebahnt hat und einen Kurzschluss nach dem anderen produziert hat. Da wir knapp an Besteck sind, hoffen wir auf das baldige Erscheinen der zugehörigen Gabel und Löffel, werden aber diesbezüglich enttäuscht.

Von den Fällen aus fahren wir dann zur nahe gelegenen Grenze nach Botswana. An der kilometerlangen LKW-Schlange dürfen wir elegant vorbeifahren, da wir mit einem Sattelzug noch auf die Fähre über den Sambesi passen. Nach den üblichen Grenzformalitäten geht es rauf auf die Fähre. Es soll ein echtes Abenteuer sein, wir können aber eigentlich nichts Abenteuerliches entdecken, die Fähre hat sogar einen Motor… Ein Passagier legt trotzdem sofort bei Betreten der Fähre die ohnmachtssichere Schwimmweste an, was ihm einen Fototermin mit uns sichert.
Auf der anderen Seite dann die Einreise nach Botswana, alles sehr korrekt. Wir kaufen in Kasane erstmal richtig ein. Richtig begeistert sind wir über die vergleichsweise zivilen Preise und das grosse Angebot im Vergleich zu Sambia. Am besten aber sind die Spritpreise! Abends Unterkunft in der Chobe Safari Lodge. Der Chobe Nationalpark ist bekannt für die vielen Elefanten, die sich hier herumtreiben.
Marlene und Nomi sind auch wieder da und so machen wir zusammen eine Safaribootstour auf dem Chobe. Die massenhaft vorhandenen Tiere (Büffel, Elefanten, Hippos, Vögel) hier scheinen Touristen gewohnt zu sein, denn sie schauen kaum hoch.
Wir haben uns entschlossen, über den Caprivistreifen (Namibia) weiterzureisen und noch einen Abstecher zum Etosha NP zu machen. Insofern sind die nächsten Tage vor allem reich an Kilometern. Die Strassen sind ohne Ausnahme hervorragend und schnurgerade, es herrscht praktisch kein Verkehr, fast ein bisschen langweilig. Wir vertreiben uns die Zeit mit dem Lesen des Reiseführers Botswana. Ausserdem verfeinern wir unsere Kenntnisse im Bereich Feuerholz: Mopaneholz z.B ist zum Anzünden eine echte Herausforderung, die wir jedoch nach einigen Versuchen meistern. Wenn das Zeug einmal brennt ist es allerdings ganz vorne mit dabei.

Gleichzeitig stellen wir Afrikaregeln auf:

Regel Nr. 1: Nichts wird weggeworfen, man kann alles irgendwann noch mal gebrauchen! Regel Nr. 2: Wenn es was zu Kaufen gibt und das auch noch günstig dann deck Dich für Monate damit ein, die Gelegenheit kommt nicht wieder!
Regel Nr. 3a: Beim Duschen nicht nach der Beschriftung oder Farbcodierung der Hähne gehen: Heisswasser ist da, wo der dicke Kalk ist! Kein Kalk = leider Pech gehabt, Heisswasser hat es hier noch nie gegeben.
Regel Nr. 3b: am besten aber gar nicht anfassen oder Badelatschen mit dicken Sohlen tragen, da die Hähne häufig unter Strom stehen.
Regel Nr. 4: Da auch Du früher oder später Hilfe benötigen wirst: Sei immer hilfsbereit und biete Deine Hilfe jederzeit für umsonst an
Regel Nr. 5: In Afrika ist nichts umsonst!! Wenn die Einheimischen einen Deal wittern, versuchen sie Dir die Hosen auszuziehen.
Regel Nr. 6: Mit einer Verabredung um 15.00h kann jeder Zeitpunkt zwischen 12.00h und 18.00h gemeint sein (das Konzept nennt sich „african time“)
Regel Nr. 7: Frage mindestens drei Einheimische nach dem Weg. Niemals nur einen.
Regel Nr. 8: 1Km sind 5Km.
Regel Nr. 9: Schenke den Worten rechts und links keine weitere Beachtung. Folge lieber den Handbewegungen der betreffenden Person.
Regel Nr. 10: Tiere auf und neben der Fahrbahn bewegen sich erst dann, wenn’s für sie wirklich lebensgefährlich wird und dann nicht unbedingt in die gewünschte Richtung
Regel Nr. 11: Esel bewegen sich auch dann nicht!!!!
Regel Nr. 12: die Afrikaner fahren im Strassenverkehr ohne jede Rücksicht auf Verluste. Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sicherheitsabstände gibt’s nicht.
Regel Nr. 13: Wenn ein Afrikaner dennoch vor Dir herschleicht, handelt es sich beim Fahrer um den Besitzer des Fahrzeuges.
Regel Nr. 14: Ein Minibus ist niemals voll!
Regel Nr. 15: Den Kassenbon im Supermarkt niemals wegstecken, denn er wird am Ausgang noch einmal separat kontrolliert.
Regel Nr. 16: Gehe immer davon aus, dass Du der einzige mit Wechselgeld bist!
Regel Nr. 17: Wenn Du irgendwo ankommst, entzünde zunächst ein Feuer. Alles weitere findet sich.
Regel Nr. 18: Wenn Du denkst, Du weißt wie man ein Feuer anmacht, starte keinen Wettbewerb in dieser Disziplin mit einem zweijährigen Afrikaner.
Regel Nr. 19: Wenn Du nur mal schnell zur Post willst: Nimm Dir für den gesamten Tag nichts weiter vor.
Regel Nr. 20: Telefonkarten gibt es nur da, wo es keine Telefone gibt und umgekehrt
Regel Nr. 21: Wenn die Polizei Dich fragt, woher Du jetzt gerade kommst, antworte immer „aus Deutschland“.
Regel Nr. 22: Regel Nr. 21 gilt insbesondere dann, wenn Deine wirkliche Nationalität eine andere ist.
Regel Nr. 23: Steh nicht zwischen dem Hippo und seinem Tümpel!
Regel Nr. 24: Die Verluste durch Warzenschweine, Hyänen, Krähen und Affen sollten bei der Lebensmittelplanung im voraus bedacht werden.
Regel Nr 25: Wenn Du denkst Du bist alleine, bist Du mindestens zu dritt! (Copyright by Andre). Bedenke dies besonders beim Pinkeln am Strassenrand.
Regel Nr. 26: Für Afrikafahrer gilt: Man sieht sich immer zweimal (dreimal, viermal…)
Regel Nr.27: Versuche nicht, Afrika zu verstehen. Akzeptiere es einfach, wie es ist.

Montag, Juni 12, 2006

Lower Zambezi NP und VICTORIA FALLS


06.06.06
Es geht weiter Richtung Zimbabwe nach Chirundu zum Zum Lower Zambezi National Park.
Die Strecke ist relativ kurz mit 137KM - soll es aber in sich haben da man das Escarpment an einer Strecke mit viel Gefälle und Kurven herunterfahren muss. Hier sollen die LKW den Verkehr etwas aufhalten. Wir überqueren den Kafue Fluss und erreichen 30 Minuten später besagten Streckenabschnitt. Die Info von Karsten bezüglich der LKW war etwas untertrieben. Wir haben bisher schon einiges an liegengebliebenen und verunfallten LKW gesehen. Die Strecke ist allerdings speziell. Es gibt keine 100m Wegesrand an denen nicht irgendein LKW Wrack zu sehen ist. Gerne auch in den Schluchten. Vor Jahren wurden ueber die Strecke 4 Schmelzkessel in die Kupferregion Zambias transportiert. In Canada produziert, per Schiff nach Durban und dann per Spezialtransport nach Zambia. Ein Kessel wiegt 110 Tonnen und ist ca. 50m lang. Angekommen sind 3. Beim vierten verabschiedete sich eine Zurrkette auf der Strecke, sämtliche anderen Ketten gaben daraufhin auch nach und der Kessel ging auf Tiefe eine Schlucht hinunter. Sämtliche internationalen Bergungsexperten die zur Rettung des millionenteuren Gutes eingeflogen wurden winkten alle lächelnd ab als sie die Lage des Kessels sahen. Hier wäre die Cargolifternummer ganz gut gekommen, aber das geht ja nun nicht mehr….Das gute Stück liegt hier also immer noch. Ein paar LKW später erreichen wir die Grenzstadt Chirundu. Hier stehen die LKW in rieseigen Schlangen und warten auf die Zollabfertigung. Wir biegen links ab Richtung Nationalpark. Nach kurzer guter Schotterpiste überqueren wir einen Fluss per handbetriebener Fähre und fahren weiter. Die Piste wird mal wieder etwas enger und wir müssen einige trocken Flüsse durchfahren. Die sind jedoch alle relativ klein, dafür aber extrem tief. Sprich die Uferböschungen sind extrem steil und sandig. Hier fühlt sich unser Unimog wohl. Stichwort: Böschungswinkel.
Wir übernachten auf einem Community Campingplatz dirket am Sambesiufer. Am nächsten morgen geht es durch eine flache Furt in den National Park. Gegen Abend machen wir an einem Seitenarm des Sambesi halt und setzten uns aufs Dach. Nach kurzer Zeit kommen über 30 Elfanten zum Trinken ans Wasser. Sie schwimmen durch den Fluss und entschliessen sich fast durch unser Wohnzimmer zu laufen. Immerhin registrieren sie dann doch diesen grossen gelben Elefanten und ziehen nur wenige Meter von uns vorbei.
Am 08.06.06 geht es für uns wieder zurück Richtung Lusaka. Wir biegen jedoch 50Km vor der Stadt Richtung Westen nach Livingstone ab. Nach einem weiteren Overnightstop auf einer Farm, wo wir uns mit frischer Butter und Eiern eindecken erreichen wir am Nachmittag Livingstone. Pünktlich zum Spiel der Deutschen Mannschaft. Der Campingplatz hier ist super. Direkt am Sambesi gelegen und mit allem ausgestattet, natürlich auch mit Sat TV. Nicht unwichtig in Tagen der WM.
Wir haben Glück zu dieser Zeit in Livingstone zu sein, da Vollmond ist. Am nächsten Tag machen wir uns auf zu den Victoriafällen. Man sieht schon aus einiger Entfernung die Gischt 20-30 Meter hoch in den Himmel aufsteigen und hört das gewaltige Donnern der Fälle. Mosi-oa-Tuna (donnernder Rauch) hatten die Kololo diese gewaltigen Wasserfälle bezeichnet. Die Fälle selber sind gigantisch. Mit einer Breite von 1688m und einer Fallhöhe von 108m sind sie doppelt so hoch wie die Niagarafälle und eineinhalb mal so breit. Kurz nach der Regenzeit fallen pro Minute bis zu 700Mio Liter die Fälle herunter und die Gischtwolke wird bis zu 500m hoch und ist kilometerweit zu sehen. Momentan herrschen beste Bedingungen. Die Fälle sind gut gefüllt aber trotzdem gut zu sehen, da die Gischt nicht zu heftig ist. Wir sind natürlich perfekt gekleidet: Badehose und FlipFlops und unsere guten USArmy Regenjacken.
Dieses Equipment ist auch durchaus angesagt, denn auf einer Fussgängerbrücke herrschen Bedingungen wie im feinsten GoreTex-Testcenter. Die Gischt kommt hier als Dauerregen wieder runter und hat die Landschaft in einen tropischen Regenwald verwandelt. Sehr interessant zu sehen wie einige Touris für diesen Abschnitt gekleidet sind. Am Abend fahren wir noch einmal nach Einbruch der Dunkelheit zu den Fällen. Bei Vollmond sind diese 24h geöffnet. Das Naturschauspiel ist bei Mondschein fast noch eindrucksvoller als tagsüber. Der Vollmond zaubert sogar einen Lunar Rainbow in die Gischt.
Am nächsten Tag erkunden wir etwas die Umgebung von Livingstone und nehmen abends an einer Sunset River Cruise teil. Drinks und Barbecue included. An Bord lernen wir mehrere südafrikanische Rentner kennen, die auf Birdwatching Tour unterwegs sind. Wir lernen jede Menge über die heimische Vogelwelt und sehen sogar Elefanten am Flussufer trinken.

Auf nach Westen - Lusaka Hauptstadt Sambias


01.06.06

noch 8 Tage bis zur WM und für uns geht es weiter Richtung Westen. Wir haben uns vorgenommen, bis nach Petauke zu kommen und auf dem Weg über Chipata dort Geld abzuheben, zu tanken und einzukaufen. Die Piste nach Chipata ist wie erwartet eine Katastrophe: ausgespült, Wellblech und jede Menge Schlaglöcher, die so zahlreich und tief sind, dass man nicht mehr ausweichen kann. Also durch….Wir entdecken hier etwas neues, was wir die sambische Kombination nennen: Schlaglöcher mit Wellblechgrund. Wir werden gut durchgeschüttelt und erreichen nach 5h Chipata. Wenigsten hatten wir es einfacher als die Geländewagen, die sich immer einen Weg suchen mussten um nicht aufzusitzen. Mit dem Mog kann man immer schön gradeaus über alles rüberfahren. Nach kurzem Zwischenstop geht es weiter nach Petauke, wo wir auf einem Gemeindecampingplatz, dem ZuluKraal pennen.
Am nächsten Morgen geht es nach kurzem Tankstop weiter Richtung Lusaka. Unterwegs verlieren wir massiv Oel aus dem rechten hinteren Vorgelege, dass wir schon die ganze Zeit nachfuellen. Gegen 1600 erreichen wir die Hauptstadt Sambias. Nach 2 Monaten gibt es hier fast alles. Wir fuehlen uns stark an Suedafrika erinnert. In einem Shopping Center frischen wir unsere Vorräte auf. Unsere Unterkunft ist diesmal ein Backpacker, wir haben uns den ruhigeren von den beiden angebotenen zum Schlafen ausgesucht, schauen aber abends mal in dem anderen vorbei. Wir lernen einen ausgesprochen netten Kollegen aus den USA kennen, der auf dem Weg zum Psychiater ist und hier in Zambia eine Famulatur absolviert hat, ausserdem Tanja, eine Australierin, die zunaechst Kommunikation studiert hat und nach Abschluss seit einem Jahr mit Rucksack die ganze Welt bereist.
Am naechsten Morgen machen wir uns in Richtung Mercedes-Nierderlassung auf, denn eins ist klar: mit unserem Vorgelege muss was passieren, denn wir koennen nicht alle 100 km anhalten. Leider ist der benoetigte Dichtring bei Daimler nicht vorraetig und die Lieferzeit aus Stuttgart beträgt 2-3 Wochen. Wir machen uns also mal wieder auf die Suche nach Ersatzteilläden. In einem Viertel Lusakas finden wir dann alles was mit Autos zu tun hat. Lackiert und gespachtelt wird am Strassenrand….Hier stossen wir auch auf das „Lusaka Bearings Centre“, ein kleiner Hinterhof-Laden, der nur Dichtringe anbietet und verspricht, bestimmt etwas passendes da zu haben. Ausserdem gibt es noch die Moeglichkeit, den alten etwas enger zu stellen, in Afrika eine vielfach praktizierte Methode, die sich logisch daraus ergibt, dass Originalteile hier praktisch nirgendwo zu bekommen sind. Da Samstag ist, muessen wir uns etwas gedulden und haben jetzt einen zusaetzlichen Tag in Lusaka. Viel zu sehen gibt es nicht. Wir entschliessen uns fuer das Nationalmuseum. Hier wird vor allem die juengere Geschichte Sambias in Wort und Bild eingehend behandelt, sprich der Unabhaengigkeitskampf und die anschliessende Unterstuetzung der Freiheitsbewegung in benachbarten Laendern. Interessant auch die Kunstausstellung mit Werken einheimischer Kuenstler und die Abteilung zum Thema „einheimischer Glauben, Hexerei und Wahrsagung“. Man muss sich vorsehen in Afrika…
Auf dem Parkplatz vor dem Museum lernen wir ein paar Inder kennen, die auf einer komplett gesponserten Tour in zwei Monaten von Indien hier herunter geheizt sind. Der Premierminister weiss auch Bescheid! (www.gondwanaland.com) Ziel ist unter anderem die Voelkerverstaendigung. Diesen Job muessen sie bei dem Tempo aber aus dem fahrenden Auto heraus erledigt haben…
Unvorsichtigerweise filmen wir im Stadtzentrum ein bisschen mit der Videokamera. Als sofort zwei angespannt wirkende Maenner in zivil auf uns zuspringen und uns fragen, was wir da machen, filmen sei generell nicht erlaubt und wir koennen ohne Probleme direkt in den Knast wandern erinnern wir uns, dass wir uns nicht in Kiel aufhalten. Das Nationalmuseum hat uns gelehrt, zimperliche Regierungen haben hier eine kurze Halbwertszeit, der letzte Staatsstreich war erst 1990 und die sambische Regierung ist verstaendlicherweise dauernervoes.
Am naechsten Tag geht es zeitig zur Mercedes-Werkstatt. Gleich bei der Ankunft stellt sich heraus, der Werkstattleiter Karsten ist Deutscher. An diesem Tag ist wenig los und so gibt es die Gelegenheit zu einem kleinen Schnack. Mit dem Austauschen des Dichtringes haben die Jungs in der Werkstatt keinerlei Probleme, sie organisieren den Dichtring nach Ausbau neu in der Stadt und so koennen wir nachmittags schon wieder weiter. Noch einmal kurz das noetigste eingekauft und wir verlassen Lusaka Richtung Süden entlang der Kafue Road. Kurze Zeit später erreichen wir die Eureka Campsite – eine Farm mit grossem Campingplatz. Und wen treffen wir da wieder? Reto und Andrea!

South Luangwa National Park


28.05.06

Nachdem unser kleiner wieder auf dem Trockenen steht geht es erstmal darum die Anwesenden des Dorfes gebührend zu entlohnen. Im Gegensatz zu den ca. 15 Jungs die uns fast die halbe Nacht geholfen haben und mit uns stundenlang im Wasser standen stehen jetzt fast 60 Leute um uns herum. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass es im Fluss was zu holen gibt. Wir machen jedoch allen klar, dass nur die Helfer von gestern Nacht von uns mit Dank, Keksen und einer kleinen Spende in die Dorfkasse bedacht werden.
Kurze Zeit später setzen wir unsere Fahrt dann fort. Wir fahren ca. 1 Km zurück und nehmen dann die Alternativ-Strecke über den Flughafen. Diese ist jedoch echt gewöhnungsbedürftig. Denn die Piste ist nicht breiter als ein Fusspfad und rechts und links wächst mal wieder Grass höher als unser Führerhaus (und wir sitzen hoch…) Wir bahnen uns also unseren Weg durch den afrikanischen Busch. Diesen Weg hätten wir im Leben nie selber gefunden, bzw. als solchen erkannt. Der Weg wird breiter aber auch schlechter. Es geht weiter Richtung Mfuwe International Airport. Endlich die ersehnte Brücke von der wir noch mal einen geschafften und müden Blick auf unseren Fluss werfen. Wir erreichen dann endlich wieder die Teerstr. nach Mfuwe und machen uns auf ins Flatdogscamp. Hier wird in alter Bundeswehr-tradition erstmal das Material gereinigt. Sprich Bergegurt waschen und trocknen, Schäkel reinigen, Schaufel verstauen, den Unimog aufräumen und die Achsen und Vorgeleg checken. Hinten rechts hatten wir seit Mozambik eine undichte Dichtung, so dass hier wie vermutet Wasser im Vorgelege war. Also Ölwechsel hinten rechts. Als alles fertig ist gehen wir Duschen. Endlich mal wieder seit langer Zeit eine gute heisse Dusche. Essen kochen fällt heute aus: Wir gehen ins Restaurant und bestellen Steak und ein paar Bierchen, schliesslich gibt es Marcs Geburtstag nachzufeiern.

29.05.06

Wir haben lange geschlafen (bis 9…was für unsere Verhältnisse hier sehr lang ist. Da es ab 1730 dunkel ist gehen wir früh pennen und sind mit Sonnenaufgang um 0600 wach). Heute planen wir nix ausser einem layday. Es gibt ein langes Frühstück mit gutem Kaffee. Wir haben es uns über dem Unimog auf eine Holzplattform in einem riesigen Baum mit Tisch und Stühlen gemütlich gemacht und beobachten die Hippos im Luangwa.Am Nachmittag fahren wir noch kurz ins Mini Dorf Mfuwe um auf dem Strassenmarkt etwas Brot, Tomaten und Milch zu kaufen. Sambia ist teuer: das Pils kostet hier fast einen Euro und der Liter Diesel liegt hier in Mfuwe bei 1,40euro. Abends wird gekocht und wir werden einmal mehr durch das Geräusch eines grasenden Hippos unterbrochen. Maglite und Nachtsichtgerät im Anschlag verlassen wir den Mog und können keine 20 Meter weiter in geringer Entfernung 3 Hippos beobachten. Die Jungs sind deutlich grösser als im Liwonde NP. Hippos können bis zu 2 Tonnen wiegen und gehören zu den gefährlichsten Tieren hier. Sie haben keine Feinde und daher auch keine Angst. Wenn sie gestört werden rennen sie auf dem kürzesten Weg ins Wasser. Alles was dazwischen steht hat Pech gehabt.

30.05.06

Wir machen uns gegen 1200 auf in den Park. Vorher nutzen wir die Satelliten Internet Verbindung des Camps um die homepage zu updaten. Wir sehen seltene Thornicrofts Giraffen, Büffel, jede Menge Elfanten und beschliessen am Luangwa ein wenig anzuhalten. Wir holen unsere Liegestühle aufs Dach, machen einen Kaffee und geniessen diesen inmitten der afrikanischen Wildnis mit wunderbarem Blick von unserem Unimog. Ganz grosses Tennis wir sind einmal mehr sicher mit der richtigen Karre am Start zu sein.
Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich um 0555 vor dem Main Gate zum National Park.
Am Tor kennt man uns und den Unimog inzwischen. Wir frühstücken im Park wieder mal auf dem Dach des Mogs und beobachten dabei Hippos und Krokodile. Nach einem schönen Game Drive (dank an die Bundeswehr für die MG-Luke aus der der Beifahrer mit Fernglas während der Fahrt auf Pirsch gehen kann) machen wir uns wieder auf ins Flatdogscamp.
Wir beschliessen erst am nächsten Morgen weiter nach Chipata zu fahren. Zum einen soll die Piste echt mies sein und man soll für 90 Km 5h brauchen zum anderen treffen wir noch einen Kollegen mit Frau und Kind aus Ruanda und Thorsten der per Motorrad unterwegs ist. Er bestaetigt unsere Vermutung, dass wir bei unserer kleinen Wasserung extrem glimpflich davongekommen sind: Als er sich mitten im Busch bei einer Wasserdurchquerung bei seinem Motorrad die Kupplung abgeraucht hat, musste er zunaechst einmal 120 km zu Fuss zuruecklegen, anschliessend 500km per Minibus in die naechste groessere Stadt, hier eine neue Kupplung organisieren, und dann wieder retour. Das Motorrad war immerhin noch da…
Wie auch schon bei den anderen Treffen mit anderen Fernreisenden werden Infos über Strecke und Orte ausgetauscht.

Dienstag, Mai 30, 2006

Sambia 1 und Katastrophenalarm

26.5.
Es geht wieder off-road. Die abgelegene aber wunderschöne Piste von Malawi zur Grenze nach Lundazi meistern wir in ca. 4h. kurz vor der Grenze breitet sich ein Straßenmarkt rechts und links des Weges aus. Unimogs scheinen hier selten vorbeizukommen, denn unser Gefährt ist an einige Stellen deutlich breiter als die schmale Gasse, die die Händler offen lassen. Es geht im Schritttempo durch Schuhe, Altkleider aus Deutschland und Haushaltswaren. Die Grenzabwicklung in Lundazi läuft problemlos und sehr schnell. Wir sind die einzigen, die die Grenzer bei ihrem Bao.Spiel unter dem Schatten eines Baumes stören. Der Grenzbeamte ist extrem freundlich und geleitet uns persönlich zurück zum Auto wo wir per dreifachem Handschlag aus Malawi verabschiedet werden. Wir müssen ihm versprechen wiederzukommen. Noch zur Sambischen Seite, hier dauert es etwas länger, aber nachdem wir dem Grenzbeamten genau erklärt haben wie unser Visum in den Paß zu stempeln ist geht es weiter - ins Dorf Lundazi, wo wir einen Kurzbesuch am Lundazi Castle einlegen. Ein spleeniger Engländer hat dort mitten im afrikanischen Busch ein Rasthaus im Burgstil errichten lassen. Es geht weiter die einsame Sandpiste die Berge hinauf Richtung Luangwatal. Bei Dämmerung fahren wir ein paar Meter links der Piste und nächtigen im afrikanischen Miombo-Busch. Die Wäsche hängen wir natürlich wieder zum Trocknen auf….Die Piste über Mbuzi und den Luambe National Park ist häufig schmaler als unser Unimog und das Gras genau so hoch oder höher. Die einzige Ost-West-Route ins Luangwatal ist mitunter nach deutschen Maßstäben nicht mehr als Feldweg zu definieren. Es geht außerdem durch mehrere Flussbette, die unterschiedlich viel Wasser führen. Uns wird einmal mehr klar dass afrikanischer Busch und Mitteleuropa zwei verschiedene Paar Schuhe sind. In der Regenzeit werden hier Straßen und Brücken teilweise komplett weggeschewemmt, so dass anschliessend ganz von vorn angefangen werden muß. Wir meistern ohne Schwierigkeiten diesen Abschnitt und geniessen einen herrlichen Afternoon Game Drive durch den sogenannten Nsefu Sektor des weltbekannten South Luangwa National Park. Viele verschiedene Vögel, Elefanten, Giraffen, Antilopen, Zebras, Büffel und vor allem eine afrikanische Bilderbuchlandschaft! Bei Ausfahrt aus dem südlichen Gate wird es langsam dunkel und wir sind nur noch ca. 30 km von unserem Ziel in Mfuwe entfernt. Da der Weg hier teilweise kaum zu erkennen ist und wir praktisch durch meterhohes Gras direkt durchfahren, fragen wir mehrfach nach dem Weg. „Immer geradeaus nach Mfuwe!“ Alles klar! Kurze Zeit später stehen wir vor einem etwas breiteren Flussbett. Nach kurzem Überlegen entschließen wir uns durchzufahren ohne vorher zu Fuß durchzuwaten, da wir den Grund sehen können und zügig ankommen wollen. Ist ja nur ein Flußbett wie die anderen vorher auch! Fehler!!!!!
Das Flußbett erweist sich nämlich als extrem feinsandig, gleichzeitig ist die Strömung in dem knietiefen Wasser nicht ganz ohne. Trotz Allrad und Differentialsperre buddeln wir uns immer tiefer ein. Das Problem ist nicht die Wassertiefe sondern der Untergrund, der genau das ist, was wir uns immer so unter Treibsand vorgestellt haben. So in etwa die Festigkeit einer Tüte Mehl. Selbst zu Fuß sinkt man richtig schön ein!! Im ebenen Teil kommen wir sogar noch ein bisschen voran, aber die Uferböschungen sind ein bisschen steiler und in der Mitte ist eine Sandbank, so dass es auch dort bergauf geht. Das haut nicht hin. Also raus mit den Schaufeln. Innerhalb kürzester Zeit (ca. 3 Minuten) sind die 30 Einwohner des nahe gelegenen Dorfes vollzählig erschienen und zwar mit Kind und Kegel!! Sie haben einen Heidenspaß! Ein paar von den Jungs packen sofort mit an und legen sich ohne Rücksicht auf nasse Klamotten mächtig ins Zeug. Wir versuchen mit Schilf und Ziegelsteinen den Untergrund ein bisschen zu befestigen und vor allem die Karre freizuschaufeln. Innerhalb kürzester Zeit sind wir pitschenaß und schön außer Puste. Zwischendurch schieben dann alle mit an, aber es hilft nichts, wir kommen einfach nicht heraus, die Karre steckt teilweise bis zu den Scheinwerfern drin und die sind bei uns auf Brusthöhe. Wir kommen zwar vor und zurück, aber keinen Zentimeter hoch. Nach mehreren (stundenlangen) Versuchen mit jeweils reichlich Schaufelei zwischendurch ist klar, dass wir so nicht weiterkommen. Es fehlt nicht viel, aber es geht halt einfach nicht. Schliesslich steht der Unimog wenigstens mit der Vorderachse hoch auf der Sandbank und wir entschliessen uns, ein Vehikel zum Rausziehen zu organisieren. Ein echtes Glücksspiel, denn wir sind mitten in der Pampa und haben schon seit geraumer Zeit überhaupt kein Auto mehr gesehen. Das Luangwa Valley ist sehr dünn besiedelt und Fahrzeuge kann sich hier niemand leisten. Marc zieht mit zwei von den Jungs in ein Dorf los, in dem es einen Traktor geben soll, der eventuell fahrbereit ist, während ich die Dorfbevölkerung mit Keksen und Streichhölzern bei Laune halte. Es wird richtig nett, auch wenn keiner mehr als drei Worte englisch spricht, kommt mit Händen und Füßen ein Gespräch in Gang und wir wärmen uns am Strand am Feuer aus vertrockneten Maispflanzen.
Nach einer Stunde ist Marc wieder zurück. Es sind im Traktor-Dorf alle schon am Schlafen, wir müssen es am nächsten Morgen um 6 noch einmal versuchen. Die gute Nachricht ist außerdem, dass wir überhaupt nicht den Fluß hätten durchqueren müssen, wenn wir vorher an der richtigen Stelle einen Abzweiger genommen hätten! Es ist inzwischen halb 12 Damit ist für heute Schluß und es bleibt uns nichts anderes übrig, als im Unimog mitten im Fluss zu pennen. Nachdem wir uns jeweils noch einmal bestätigt haben, dass das Wasser in der Trockenzeit nachts unmöglich weiter steigen kann und dass wir bestimmt ein Fahrzeug zum Rausziehen finden, steigen wir mit einem halbguten Gefühl in die Betten mit reichlich Schräglage.
5 ½ Stunden später fällt das Frühstück aus. Marc zieht in Richtung Traktor los, während ich versuche, alles für die spätere Bergung vorzubereiten, also vor allem das Ufer mit Steinen zu befestigen.
Um 10 ist Marc wieder da und hat tatsächlich den Traktor mitgebracht. Auch die gesamte Dorfbevölkerung ist selbstverständlich wieder da und will sich dieses Schauspiel auf keinen Fall entgehen lassen.
Ab da ist alles kein Problem mehr. Unseren Bergegurt verlängern wir mir Abschleppstange und Tauwerk und dann geht es mit Traktorunterstützung die Uferböschung hoch. Wir sind einfach nur froh wieder draussen zu sein und bezahlen anstandslos die Bergekosten, nachdem wir dem Traktor vorher schon 15l Sprit nachgefuellt haben. Auch fuer die Dorfkasse gibt es eine groessere Spende...

Lessons learned:

1. Immer erst zu Fuß den Untergrund austesten!
2. Niemals bei Dunkelheit ein unbekanntes Gewässer durchqueren. Am Ufer pennen und sich die ganze Sache am nächsten Tag erstmal bei Tageslicht ansehen.
3. Beim geringsten Zweifel an der Machbarkeit erstmal die Locals fragen, ob es nicht noch einen anderen Weg gibt.

Und nix wie ab nach Mfuwe ins Flatdogscamp. TD nach der Benutzung, Feldinstandsetzung mit Oelwechsel und entwaessern der Vorgelege und Achsen, saubermachen, duschen, essen und auspennen...

Luwawa Forest

23.5
Für uns ist es am nächsten Tag Zeit zum Weiterfahren. Da wir noch einige Besorgungen machen und Volltanken müssen, geht es zurück nach Mzuzu. Hier lernen wir außerdem, dass man für 34 Minuten Internet mit lausigen 33,6Kb/sec 10Euro blechen darf. Das dürfte Rekord auf diesem Planeten sein.Wir nächtigen im „Mzuzu Zoo“ , einem klassischen Backpacker im Späthippiestil. Jennifer ist die Managerin des Ladens, eine Amerikanerin , die vorher mit ihrem Ehemann in der Schweiz wohnte, aber mit der afrikanischen Mentalität einfach besser klarkam. Wir lernen hier außerdem den Frontman einer der bekanntesten Bands in Malawi kennen, der hier ein Freund des Hauses ist. Die günstigen Preise nutzen wir zu einem Abendessen „außer Haus“ (sprich außerhalb des Unimogs).Am nächsten Tag geht es nach Luwawa in den Viphya Mountains. Wiedereinmal eine Landschaft wie in der Schweiz inmitten Afrikas. Die Forest Lodge dort ist uns von Reto und Andrea empfohlen worden. Tatsächlich werden wir sehr nett empfangen. Der Hund des Hauses, Chagwa, freut sich tierisch uns zu sehen. Wir starten am Nachmittag noch zu einer kleinen Wanderung. Chagwa begleitet uns auf Schritt und Tritt auf dem „Indigenous Woodland Trail“, schaut sich immer wieder um ob wir auch mitkommen und zeigt uns den Weg. Obwohl er und wir hochmotiviert an die Sache herangehen, begreift er das Stöckchenspiel allerdings nicht. Er ist wohl der einzige Hund der Welt den es überhaupt gar nicht interessiert wenn man ihm ein Stückchen Holz vorwegwirft. Wir nennen ihn ab jetzt Pfeife. Nach der Hälfte des Weges macht Chagwa, die Pfeife schlapp: er hat Durst. Wasser gibt’s aber erst in der Lodge, deshalb muss er noch ein bischen durchhalten. Nachts schläft der gute direkt an unserer Leiter. Die Duschen werden auch hier per Feuer mit Heißwasser versorgt. Wir nutzen die Gelegenheit für Koch- und Buntwäsche. Diesen Part wollten wir eigentlich vor unseren Müttern verheimlichen. Wir haben schön unsere Schmutzwäsche (und davon hatten wir reichlich…) per Hand und Bürste gewaschen. Leider erst gegen Abend, so dass die Wäsche am nächsten Morgen feucht ins Auto musste.

Nyika Plateau, Aufstieg auf 2500m

20.5. Weiter geht’s zum Nyika National Park. Zunächst Auftanken in Mzuzu, ausserdem fragen wir überall nach einem Bremsflüssigkeitsbehälter, da wir seit Südafrika als beinahe tägliches Ritual das Vorgelegeöl nachfüllen und jetzt was bauen wollen. Eine Wellen-Dichtung am Hinterrad ist ausserdem undicht und so läuft fleissig Öl auf die Bremsscheibe. Eine Reparatur ist hierfür wegen nicht zu bekommendem Dichtring eh nicht möglich und mehrere Bremstests verlaufen positiv, also lösen wir das Problem afrikanisch und füllen einfach nach.
Bislang waren die Strassen in Malawi toll, aber das ist keine Selbstverständlichkeit, ab Rumphi wird die Strecke richtig ungemütlich: steinig, Wellblech, tiefe Schlaglöcher! Auch der Weg hinauf zum Nyika Plateau (ca. 2500m) ist in Teilen steil und ausgewaschen, einige Schlammlöcher zwischendrin und so haben wir im Endeffekt für die 120 km ab Rumphi 4 1/2h gebraucht. Wir sind so geschafft, dass wir uns nach dem Abendessen bei zwei Folgen „Magnum“ auf dem Laptop entspannen müssen.
Entschädigt werden wir allerdings durch die Zebras und Elenantilopen, die uns begrüßen und am nächsten Morgen durch die traumhafte Aussicht auf dampfende Wiesen und endlose Hügelrücken. Bäume gibt es aufgrund der Höhe nur wenige und das Gras wird nie richtig lang, so dass man zu jeder Jahreszeit eine gute Sicht hat. Es sieht ähnlich aus wie in Schottland! Nach einem langen Frühstück draußen mit Fleecejacke (kalt!!) und Schirrantilopenbesuch gibt es eine warme Dusche, denn der Caretaker am Campingplatz schmeißt für uns den Kamin an, eine Wasserleitung ist daran vorbeigeführt und das funktioniert bestens! Wir mieten wir uns an der Rezeption zwei Mountainbikes und machen eine kleine Erkundungstour. Reifennachschub ist nicht nur bei Autos ein Problem, wir haben praktisch Slicks drauf, was bei den Downhillfahrten fette Slides ermöglicht…
Der Höheneffekt überrascht uns allerdings doch, innerhalb kürzester Zeit sind wir schwer am Hecheln. Wieder zahlreiche Elenantilopen, Zebras und viele Pferdeantilopen.
Nach der Rückkehr starten wir ein ordentliches Lagerfeuer und mit Blick in die Glut und auf einen allerklarsten Sternenhimmel (mehr Sternschnuppen als Wünsche) schmecken die mitgebrachte Boerewurst und die Bratkartoffeln wie bei Muttern.
Am nächsten Tag starten wir eine Rundtour mit dem Unimog über den nördlichen Circular Drive. Die Strassen im Park sind nach dem Regen noch nicht überall richtig präpariert, aber mit dem Unimog kein Problem, es dauert eben nur ein bisschen länger. Vom Domwe View Point geniessen wir den schönen Ausblick in die Ebene westlich vom Plateau und auf dem nördlichen Stück auf den Malawisee.
Abends hören wir dann auf einmal das vertraute Knattern eines Heckboxermotors: Es sind tatsächlich Reto und Andrea mit Ihrem VW Bus! Die zwei haben sich tapfer die Strecke hoch zum Plateau gekämpft und mit ihren Trennscheiben auch die Schlammlöcher überwunden. Respekt! An diesem Abend sehen wir noch drei Hyänen direkt an unserer Campsite, die wohl die Reste unseres Abendbrotes inspizieren wollen. Unser Lagerfeuer vertreibt sie dann schließlich.

Chinteche

18.5.
Am naechsten Tag geht es weiter nach Chinteche. In Salima machen wir erneut einen Marktstop. Frische Tomaten und zwei große Fische für bummelig 1 Euro! Wir machen offenbar langsam Fortschritte, wenn wir die Lebensmittel nicht mehr zu den Touristenpreisen angedreht bekommen. Ausserdem können wir nicht widerstehen und kaufen zwei kleine Töpfchen Vanilleeis. Das Risiko zahlt sich aus und ohne erkennbare gesundheitliche Folgen können wir weiterfahren. Auf dem Weg zum ungefähr zwanzigsten Mal ein Roadblock der Polizei. Wie immer gute Stimmung, auf eine Kontrolle wird diesmal völlig verzichtet, als wir den Beamten in eine Diskussion zum Thema: „War die rote Karte für Lehmann berechtigt oder nicht?“ verwickeln. Nicht stören lassen sich die Beamten auch durch die Tatsache, dass wir seit Tagen die Badehose nicht mehr ausgezogen haben (nie abtrocknen für mehr Kühleffekt!) und diese hinter dem Steuer als einziges Kleidungsstück tragen. Wir zeigen den Jungs in Malawi also mal die deutsche Campingkleiderordnung.
Da die Polizisten generell gerne nach „Softdrinks“ fragen, haben wir ausserdem im Führerhaus extra einen Vorrat an „Bubble Juice“ bereitgestellt, ein einheimisches Getränk zu einem sensationellen Preis. Bei Inspektion stellte es sich allerdings als für Europäer stark gewöhnungsbedürftig heraus, es ist vor allem süß und besticht durch das Fehlen jeglicher natürlicher Zutat außer Zucker.
Die Nhkwazi Lodge in Chinteche haben wir uns aus dem Führer herausgesucht. Sie wird von Jim betrieben. Er ist ursprünglich in Sambia geboren, hat in England studiert, in Südafrika als Architekt gearbeitet und schliesslich hier die Lodge aufgemacht, die verträumt am See liegt. Irgendwie eine typische Lebensgeschichte hier unten. Beim Abendessen erzählt er uns seine Reiseerinnerungen von seiner Tour durch Mosambik während des Bürgerkrieges (Gesamtkosten 100Rand). Wie sich ausserdem herausstellt, war Jim bis vor kurzem selbst Besitzer eines Unimog 406, ist aber langsam zu gebrechlich geworden, um ihn zu fahren.
Auch wenn hier mal wieder richtig aufgeräumt werden müsste, ist es ein echtes Traumgrundstück mit einem richtigen Urwald, viel Schatten und zahlreichen Vögeln. Am nächsten Tag nimmt uns Jim mit zur Kande Lodge, ein größerer Overlander-Stop, der toll gemacht ist, ein schöner Strand, zahlreiche Hängematten usw. Allerdings für eine ganz andere Klientel, hier schwirren viele Overlander durch die Gegend, während wir bei Jim die einzigen Gäste sind. Ein kleiner Klönschnack mit „Andy from Kande“ und seiner Freundin Lisa, die gut und gerne Geschichten erzählt und schon haben wir wieder ein paar aktuelle Reiseinfos mehr.

Cool Runnings mit Lotte und Wolle

16.5. Weiter geht’s!!
Genug entspannt, auch wenn es traumhaft ist, wir sind nicht hier, um am Strand zu liegen.
Das heutige Ziel heisst Senga Bay, von wo aus wir uns weiter am See hoch hangeln wollen. Wir kommen im Cool Runnings unter, einem relativ neuen Backpacker mit entspannter Atmosphäre. Direkt am Eingang steht ein Landcruiser mit deutschem Kennzeichen. Und siehe da, Reto und Andrea sind auch da!! Natuerlich grosses Hallo! Lothar und Wolfgang sind die zwei Schwaben, die zu dem Landcruiser gehören. Sie sind von Deutschland aus ueber Syrien, Ägypten und den Sudan gefahren und haben zweifellos einige Strapazen hinter sich, sechs Reifen sind voellig zerschossen, die A-Säule war gebrochen und zwischendurch machte das Lenkkopfgestänge die Grätsche , so dass die Vorderreifen in Ballett-Position 1 standen. Die beiden neigen allerdings zur Untertreibung und man muss ihnen alles aus der Nase ziehen. Komplett zu unseren Idolen werden sie, als wir erfahren, dass sie ohne Karte den Sudan durchquert haben.
Abends testen wir alle zusammen die nahe liegende Dorfkneipe aus. Ein Billardtisch, ein Grill, nette Einheimische und wir dürfen mitbestimmen, welche malawische Band als nächstes gespielt wird. Obwohl wir normalerweise abends um 9 im Bett liegen, halten wir bis halb 2 durch. Lothar gefällt es so gut, dass er erst am nächsten Morgen zum Frühstück wieder auftaucht…
Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang durch den Ort und legen ansonsten die Füsse hoch. Beim Nachrechnen fällt uns auf: Mittwoch!!! Was ist mit Champions League? Finale!!Schnell ist geklärt, es gibt eine Bar mit Satellitenfernsehen, der Abend ist also gesichert. Zusammen mit Wolfgang tauchen wir um viertel vor 9 dort auf und erleben eine Überraschung: der Laden ist gerammelt voll mit ausschliesslich jungen Männern, von aussen durch die Fenster spähen noch zahlreiche Zaungäste durch die Fenster und es gibt zwei klar getrennte Lager, die jeweils fanatisch „ihre“ Mannschaft unterstützen und das gegnerische Lager provozieren. Es ist der Wahnsinn und wir fragen uns, was für eine Beziehung die Jungs wohl zu diesen Clubs im fernen Europa haben, dass sie so abgehen, aber es macht einen Höllenspass.

Cool Runnings mit Lotte und Wolle

16.5. Weiter geht’s!!
Genug entspannt, auch wenn es traumhaft ist, wir sind nicht hier, um am Strand zu liegen.
Das heutige Ziel heisst Senga Bay, von wo aus wir uns weiter am See hoch hangeln wollen. Wir kommen im Cool Runnings unter, einem relativ neuen Backpacker mit entspannter Atmosphäre. Direkt am Eingang steht ein Landcruiser mit deutschem Kennzeichen. Und siehe da, Reto und Andrea sind auch da!! Natuerlich grosses Hallo! Lothar und Wolfgang sind die zwei Schwaben, die zu dem Landcruiser gehören. Sie sind von Deutschland aus ueber Syrien, Ägypten und den Sudan gefahren und haben zweifellos einige Strapazen hinter sich, sechs Reifen sind voellig zerschossen, die A-Säule war gebrochen und zwischendurch machte das Lenkkopfgestänge die Grätsche , so dass die Vorderreifen in Ballett-Position 1 standen. Die beiden neigen allerdings zur Untertreibung und man muss ihnen alles aus der Nase ziehen. Komplett zu unseren Idolen werden sie, als wir erfahren, dass sie ohne Karte den Sudan durchquert haben.
Abends testen wir alle zusammen die nahe liegende Dorfkneipe aus. Ein Billardtisch, ein Grill, nette Einheimische und wir dürfen mitbestimmen, welche malawische Band als nächstes gespielt wird. Obwohl wir normalerweise abends um 9 im Bett liegen, halten wir bis halb 2 durch. Lothar gefällt es so gut, dass er erst am nächsten Morgen zum Frühstück wieder auftaucht…
Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang durch den Ort und legen ansonsten die Füsse hoch. Beim Nachrechnen fällt uns auf: Mittwoch!!! Was ist mit Champions League? Finale!!Schnell ist geklärt, es gibt eine Bar mit Satellitenfernsehen, der Abend ist also gesichert. Zusammen mit Wolfgang tauchen wir um viertel vor 9 dort auf und erleben eine Überraschung: der Laden ist gerammelt voll mit ausschliesslich jungen Männern, von aussen durch die Fenster spähen noch zahlreiche Zaungäste durch die Fenster und es gibt zwei klar getrennte Lager, die jeweils fanatisch „ihre“ Mannschaft unterstützen und das gegnerische Lager provozieren. Es ist der Wahnsinn und wir fragen uns, was für eine Beziehung die Jungs wohl zu diesen Clubs im fernen Europa haben, dass sie so abgehen, aber es macht einen Höllenspass.

Dienstag, Mai 16, 2006

Cape MacLear

13.5.

Wir sind jetzt unterwegs zum Lake Malawi, der vergleichsweise touristisch erschlossensten Region des Landes. Der See ist eine der grossten Trinkwasserreserven der Welt und laesst mit einer Laenge von 580 km den Bodensee ganz weit hinter sich. Besonders bekannt ist die Unterwasserwelt, mit den vielen besonders bunten Fischen, bei Aquarianern beliebt und viele davon nur hier anzutreffen. Unterwegs machen wir Halt an einem bunten Strassenmarkt in Mangochi, wo wir Gelegenheit haben, uns mit der einheimischen Musik vertraut zu machen. Gleichzeitig bestaunen wir, was man alles aus ein paar Stueckchen Blech anfertigen kann und decken uns mit allem ein, was da so auf den Feldern waechst.
Am See angekommen biegen wir nach Cape Maclear ab und schlagen im Fat Monkeys die Zelte auf, eine Anlage direkt am Strand. Die naechsten zwei Tage sind gefuellt mit Relaxen, reichlich Schnorcheln, Kajakfahren und einer laengeren Wanderung durch den Nationalpark. Wir sind mitten in einem Fischerdorf, so dass abends auch mal wieder ein Fisch auf dem Grill landet. Zwei Tauchschulen, eine herrliche Aussicht auf den See, der Nationalpark in den angrenzenden Bergen, das war es eigentlich, es geht sehr beschaulich zu.

Liwonde National Park

11.05.06

Es geht weiter ein Stückchen Richtung Norden in den Liwonde National Park. Unterwegs kuendigt sich im Rueckspiegel erneut eine Kolonne an. Es ist wieder das Hymermobil!!! Mit zitternden Fingern die Kamera klar gemacht und das Mobil auf ein Filmchen gebannt. Die Jungs am Strassenrand sind ebenfalls lauthals am Lachen.
Am Haupttor Liwonde angekommen heisst es STOP, da im Park die Zufahrt zum Mvuu Camp unpassierbar ist und einige Brücken komplett weggespült wurden. Die Regenzeit soll dieses Jahr besonders heftig gewesen sein. Reisen in Afrika ist echt extrem Wetter und vor allem Regenzeit abhängig. Beste Teerstraßen können da in kürzester Zeit vernichtet werden. Es gäbe allerdings einen kleinen Umweg ins Camp berichtet man uns.
Also los erst Teerstr. Dann den Abzweig gefunden und weiter auf der Piste, die schmaler ist als unser Mog. Wir erreichen, den Nebeneingang zum Park und nach ca. 20 km schliesslich auch das nett gemachte Mvuu Camp, das direkt am Shire River gelegen ist und fuer die zahlreichen Hippos (und Krokodile) bekannt ist. Der Shire ist der groesste Fluß in Malawi und muendet in den Sambesi. Etwas speziell: das Camp ist nach allen Seiten offen, so dass die Tiere auch durch das Camp streifen koennen.
Anschliessend ein kurzer Gamedrive mit unserem Mog auf dem wir Elefanten, jede Menge Antilopen und einen Adler sehen. Von uns nicht naeher identifizierte Vögel en masse. Wieder einmal erweist sich die Luke über dem Beifahrer als perfekt. Es geht zurück ins Camp, welches wir im Dunkeln erreichen. Wir stellen uns an den Rand des leeren Campingplatzes mit offenem Blick auf den Shire Fluß und die Wildnis. Zwischen den beiden Gebäuden hinter uns raschelt etwas als wir uns an das Stromnetz des eine Hauses anschließen. Ein kurzer Blick mit der Stirnlampe – wahrscheinlich nur die Nachtwache. Mit Augen in 2,5m Höhe und einem weißen langen Stoßzahn.. wohl eher nicht. Sehr schön!! Der Elefant steht uns fast auf den Füßen mit nur 4m Entfernung. Zeit zum Nachdenken bleibt nicht weil sein Kumpel schon um die Ecke biegt. Also langsam zurück zur Karre und ab auf die Kabine. Von da aus können wir die Jungs aus aller nächster Nähe in Ruhe betrachten bevor wir uns ans Abendessen machen.
Am naechsten Tag machen wir zunaechst einen eher ereignislosen Gamedrive und muessen schliesslich umdrehen, da ein Weg nicht mehr vorhanden ist. Die Mittagspause verbringen wir dann im kuehlen Schatten eines Baumes im Camp. Zwischendurch immer mal wieder ein Blick durch das Fernglas auf die sich tummelnden Hippos im Fluß. Wenn man sich dem Ufer naehert, sollte man allerdings aufpassen. Zweimal raschelt es laut im Gebuesch neben uns und kurz darauf gleitet ein Baumstamm ins Wasser…
Mit Raphael, einem einheimischen Parkranger, braechen wir kurz darauf zu einer Walking Safari, also einer Wanderung durch den Busch und das Grasland, auf. Man kommt zwar zu Fuss nicht ganz so dicht an die Tiere heran, da diese einen Menschen zu Fuß zurecht als gefaehrlicher einzuschaetzen gelernt haben, aber dafuer hat man Gelegenheit, sich ein bisschen auf die kleineren Dinge zu konzentrieren, wie Termitenhuegel, Fussabdruecke, Dunghaufen usw.. Raphael ist ein echtes Lexikon und beantwortet geduldig alle unsere Fragen.
Besonders interessant fuer uns auch, was die Afrikaner so alles an Heilmitteln aus den verschiedenen Pflanzen zusammenbrauen, zum Beispiel eine Wundsalbe aus Baobabfruechten oder „african viagra“ aus ein paar Wurzeln, von dem uns Raphael begeistert berichtet. Ist auch viel billiger als bei uns…
Wir versuchen an einem Seitenarm des Shire ein paar Krokos aufzuspueren, aber leider diesmal keine da. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir eine Walking Safari dringend wiederholen muessen.
Auf der anschliessenden offiziellen Abend- und Nachtgamedrive gibt es nicht viel zu sehen ausser ein paar Hasen und einer Manguste und so versuchen wir im Camp noch einmal Elefanten aufzuspueren. Wieder raschelt es vernehmlich zwischen den Huetten, diesmal handelt es sich aber um ein Hippo, das gemuetlich am grasen ist. Als es schliesslich Wind von unsrer Anwesenheit bekommt, trabt es mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit gen Wasser.
Von Reto und Andrea leider keine Spur. Uns ist klar, dass die beiden mit ihrem VW-Bus bei den momentanen Pistenverhaeltnissen grosse Schwierigkeiten gehabt haben werden, das Camp zu erreichen und vorher abbiegen mussten. Sehr schade, aber wer weiss!

Zomba Plateau

09.05.06

Es geht weiter über eine Teeplantage in Thyolo, deren Fabrik wir besuchen und uns die Teeproduktion erklaeren lassen, Richtung Zomba.
Unterwegs überholt uns ein Landrover der Militärpolizei mit Blaulicht und winkt uns an den Straßenrand. Es überholt noch ein MP Landi und dann wird uns auch der Grund des ganzen Trubels klar. Die Jungs gehören zur Präsidenteneskorte. Und räumen schon mal den Weg frei. Es folgen noch ein paar Jeeps und Polizeiautos sowie ein schwarzer Geländewagen. Keine dicken Staatskarossen dafür jedoch als drittletztes Fahrzeug der Kolonne ein Hymermobil. Man was haben wir gelacht. Wofür bitte die Tuperdose auf 4 Rädern? Ist der Präsi ein Heimscheißer? Oder will er immer in seinem eigenen Bett pennen? Das Ding passte auf jeden Fall mal so gar nicht in die Kolonnennummer. Man stelle sich Angie vor wie sie schön in einer S-Klassen Kolonne hinten in ihrem Hymer sitzt und häkelt…..
Leider waren wir von der Nummer so überrascht, dass unsere Kameras kalt blieben.
Zomba ist wunderschön. Im Gegensatz zu Mulanje können wir hier unseren Mog die Serpenetinen entlang auf das Plateau hochjagen. Wir stellen uns auf einen Campingplatz einer Forellenfarm mitten im Wald. Man fühlt sich fast wie in der Schweiz. Ein plätschernder Gebirgsbach gleich nebenan. Nachteil an der Sache: nachts herschen auch entprechende Temperaturen. Da reicht unser Laken als Decke nicht mehr. Ajungilak sei dank…
Am nächsten Tag war wandern angesagt. Diesmal aber als entspannter 5h Spaziergang durch Regenurwald entlang Bächen und Wasserfällen etc. bis zum EmperorsView von wo man Südmalawi fast überblicken kann und am Horizont einen Blick auf Mozambik hat.Auf dem Rückweg haben wir dann noch 2 Kilo frische Waldhimbeeren gekauft. Zurück auf dem Campingplatz sticht uns der gelbe VW-Bus mit Züricher Kennzeichen ins Auge. Das Ehepaar Reto und Andrea ist auf Worldtour, sie haben zu Hause erstmal alle Zelte abgebrochen, es sind die ersten beiden, die auch noch in unserem Alter sind und so sind wir schnell im Gespraech ueber dies und das, wie habt ihr den Grenzuebergang gemacht, wie ist die Piste dort usw. Die zwei haben fast die gleiche Route wie wir und wollen ebenfalls ins Mvuu Camp weiter. Allerdings sollte uns die Piste am nächsten Tag trennen….

Mulanje Mountains

07.05.06

Wir erreichen das Mulanje Massiv im Süden Malawis nach langer Fahrt durch wunderschöne Teeplantagen. Die Strassen sind im Gegensatz zu Mozambik hervorragend und die Strecke von Blantyre nach Mulanje wurde sogar durch Deutsche im Rahmen der Entwicklungshilfe gebaut. In Mulanje selber nehmen wir dann die Piste Richtung Likabula. Einige Brücken auf dieser Strecke erwiesen sich dann doch erst im nachhinein als stabil genug. Nach einer teilweise ruppigen Anfahrt erreichten wir die Forrest Lodge am Fuße des Bergmassivs, wo wir unseren Mog abstellen konnten. Friday, der sich um die Unterkunft kümmerte wusch sogar unsere Wäsche. Ohne Maschine und die Sachen waren echt so dirty, dass man es sich kaum vorstellen konnte. Schließlich lag unsere letzte Waschgelegenheit ungefähr 20 Breitengrade und 3 Wochen zurück. Aber der gute Mann hat die Sachen sauberer bekommen als sie je waren….
In Likabula war Wandern angesagt. Aufstieg bis 1885m mit unserem Guide Oscar. Anmeldung im Forstamt vorher war Pflicht. Zuviele Touris sind schon vermisst worden. Die Einheimischen berichten von Geistern, die ab und zu auch mal böse werden können. Man musste also Ziel sowie Rückkehrzeit angeben und eben einen zertifizierten (also jeder, der nicht schielt) Guide nehmen. Unterwegs kommen uns auf dem sehr steilen Pfad immer wieder Einheimische barfuss entgegen. Sie tragen Holz welches auf dem Plateau gewonnen wird ins Tal. Bis zu 150 KG !!! Besonders bekannt und begehrt ist die Mulanje-Zeder, die ein besonders edles und angenehm riechendes Holz hat.
Auf dem Rückweg kamen wir an Rockpools vorbei, endlich eine Runde im kalten Wasser planschen. Außerdem eine gute Gelegenheit unsere Trinkwasservorräte mit frischem Quellwasser aufzufüllen. Den Abend verbrachten wir mit Friday bei Nshima, dem traditionellen Hauptnahrungsmittel in Malawi und mehreren Runden Bao, ein Brettspiel aehnlich dem Backgammon, das noch auf seine Erst-Einfuehrung in Europa im Rahmen der Travemuender Woche wartet.

Samstag, Mai 06, 2006

Grenze nach Malawi

Gestern haben wir die Grenze nach Malawi ueberquert. Diesmal waren wir an einem Hauptgrenzuebergang (Zobue) und dementsprechend ging es wesentlich quirliger zu als beim letzten Mal. Man hat eigentlich staendig 5 Leute auf den Trittbrettern stehen, die entweder Geld wechseln oder einem eine Versicherung andrehen wollen. Wir hatten das Geldwechseln vorher gut durchgeplant und so haben wir die Scheine in Ruhe durchgezaehlt, erst anschliessend unser Geld rausgerueckt und dann Gas!
Absolutes Highlight war dann allerdings die Ausreise aus Mosambik, als direkt an der Schranke zwei Jungs von der Strassenaufsicht auftauchten und uns nach der Quittung fuer die Road Tax fragten. Road Tax?????? Wofuer??? Ja, alle LKWs muessen das zahlen, wir haetten eigentlich schon laengst deswegen angehalten worden sein muessen. Wir hatten aber insgesamt bereits 5 Polizeikontrollen und eine Zollkontrolle ohne Beanstandung und lediglich einer Schmiergeldzahlung in Form eines Bieres und einer halbvollen Orangensaftpackung absolviert (Zauberwort zu Beginn stets „Alemanha“, da die Polizei Suedafrikaner nicht so gerne mag)
Wir waren gerne bereit das Spiel mitzuspielen und holten das vorher praeparierte Dokument (mit hochoffiziell aussehendem Stempel) heraus, mit dem uns das deutsche Kraftfahrtbundesamt (Ministerialdirektor Alfred Klausen) die Ablastung auf 2,8t bescheinigt. („Special Aluminium army vehicle for helicopter transport“ lautete die dazu erzaehlte Story) Den Gegenbeweis konnten die Jungs nicht antreten. Nach langer Diskussion und vielem Kopfschuetteln kam uns zugute, dass wir die Grenze blockierten. So gerieten die Jungs langsam unter Druck. Schliesslich: Okay, ihr koennt fahren, aber habt ihr vielleicht Fanta oder ein bisschen Geld dabei? Nein, leider nicht, aber wir haben noch zwei Kekse und ein paar Baobabfruechte ueber. Wollten sie dann aber nicht. Das ganze dabei aber wirklich entspannt und ganz nett. Noch dreimal „obrigado“ (danke) und „tudo bej“ (alles klar) und schon waren wir ueber die Grenze. Der Rest war viel Trubel aber im Endeffekt kein Problem mehr und so fuhren wir abends in Blantyre ein, wo wir auf dem Gelaende des Country Clubs residieren.

unterwegs in Mosambik


Die naechsten Tage hangelten wir uns mit kleinen Unterbrechungen immer weiter die Kueste entlang. Dies ist der eigentlich touristisch erschlossene Bereich Mosambiks, fuer viele Suedafrikaner, z.B. aus Johannesburg ist dies die schnellste Gelegenheit, an einen Strand zu kommen. Leider hat dies in Ansaetzen zu einer etwas Mallorca-aehnlichen Stimmung in den –allerdings sehr kleinen- Badeorten gefuehrt.
Die Strassen sind allerdings nichts fuer schwache Nerven, insbesondere die Strecke von Punta do Ouro nach Maputo war eine Wellblechpiste vom haertesten. Hier fuhr jeder lieber komplett neben der Strasse. Auch auf den Hauptstrassen muss man jederzeit mit jederzeit mit Schlagloechern der hoechsten Kategorie (auch Eselverstecke genannt) rechnen. Mit der Zeit lernt man allerdings dazu und beobachtet den Fahrbahnrand: Wenn sich Fahrspuren rechts und links der Strasse befinden dann bedeutet das Schlaglöcher denen sogar die Einheimischen ausweichen. Und die Jungs fahren als wenn es kein Morgen gibt und sie den Auftrag haben Ihr Auto in kürzester Zeit zu zerlegen. Eindrucksvolles Anschauungsmaterial bekommt man ab und zu, wenn man mal wieder ein Auto am Wegesrand mit frisch herausgerissener Achse sieht.

Generell kann man für die Strecken in Mozambik keine Vorhersage treffen. Immer wieder zerstören massive Regenfälle oder Überschwemmungen gute Abschnitte und machen sie unbrauchbar. Ehemals worst-road-ever-Abschnitte sind auf einmal wieder frisch geteert.
Auch ein Grund Nachtfahrten wenn moeglich zu vermeiden, abgesehn von den vielen unbeleuchteten Fahrzeugen und Fussgaengern natuerlich.
Das Wort Dachlast hat fuer uns ebenfalls eine neue Bedeutung bekommen. Diese wird hier gerne zur Verdoppelung der Fahrzeughoehe genutzt, transportiert wird einfach alles!! Besonders beeindruckt haben uns die nicht festgebundenen Ziegen auf dem Dach des Reisebusses, ist halt zu hoch zum Runterspringen…


Insgesamt ist das Land durch den langen Bürgerkrieg extrem geschunden. Es gibt wenig funktionierende öffentliche Kartentelefone. Die Karten gibt es aber nur in Maputo, der Hauptstadt. Man kann auch nur Inlandsgespräche führen. Auslandstelefonate muß man anmelden und bezahlt 4Euro pro Minute. Also 4mal mehr als mit unserem Satphone. Die Handyabdeckung konzentriert sich auf die Großstädte. Internetcafes gibt es 3 im ganzen Land. Die Versorgungslage ist kompliziert. Supermärkte und Tankstellen gibt es extrem wenige. Aufgrund der langen und schlechten Transportwege sind die Preise für Lebensmittel hoch, ausgenommen das, was nicht an den Staenden an der Strasse verkauft wird (je nach Gegend normalerweise 2 verschiedene Nahrungsmittel, z.B. Cashew und Ananas, Zitrsufruechte und Tomaten, in Inhambane Kokosnuesse) Fisch und Garnelen bekommt man an der Kueste frisch aus dem Boot und wirklich guenstig (2,40 EUR das Kilo, Touristenpreise natuerlich deutlich hoeher)
Die Bevölkerung ist praktisch ueberall extrem freundlich. Alle lachen, winken und freuen sich richtig, wenn man an Ihnen vorbeifährt. Unterhaltungen sind immer fröhlich und freundlich. Abstriche muss man natuerlich an den Touristenorten machen, wo die Leute ihr Geld verdienen wollen und einem alles moegliche aufschwatzen wollen. Richtung Norden wird es dann immer urspruenglicher und die Leute zurueckhaltender, weil nicht an Touristen gewoehnt, hier haben wir auch einmal im wild cecampt, war kein Problem und wird auch allgemein nicht kritisch gesehen. Hauptaktivitaeten waren Schnorcheln in Vilankulos und ein Game Drive durch den Gorongosa National Park. Beides hat sich wirklich gelohnt!

Mozambique



Heute sind wir endlich im Gelobten Land (Mozambique) angekommen! Die letzten Tage hatten wir mehrmals gelesen, dass es an der Grenze nicht moeglich sein wuerde, Visa zu bekommen. Das Konsulat Mozambiks in Kapstadt hatte jedoch ausdrücklich gesagt es gäbe Visa an der Grenze. Mal sehen ob wir wieder umdrehen müssen.
Als Grenzuebergang hatten wir uns den abgelegenen Suedzipfel des Landes (Punta do Ouro) ausgewaehlt, einerseits wegen der schönen Allradpiste (Sand) mit anschliessendem Traumstrand, andererseits weil wir von dem lockeren Grenzübergang gehoert hatten.
An der Grenze selbst wurde uns vom ersten südafrikanischen Grenzer dann auch gesagt, dass wir auf mosambikanischer Seite kein Visum bekommen würden. Seine Kollegen meinten dann aber: klar geht auf jeden Fall. Sönke durfte dann von der südafrikanischen Seite schon mal zu Fuss bei den Mosambikanern vorbeischauen, um die Visasache zu klaeren.
Echt eine Mini Grenze. Jede Station hatte ca. 10mPlatz für die Abfertigung dazwischen ein kleiner Zaun. Es gab ein zustimmendes Nicken von den Mosambikanern. Sunny also wieder zurück nach Südafrika. Natürlich auch wieder ohne Formalitäten. Man kann halt gerne mal eben so beim Nachbarn vorbeischauen. Südafrikanische Stempel in die Pässe und alles klar. Moment was ist denn mit unserem Auto? Ja könnt Ihr einfach mitnehmen. AHA…wir brauchten aber noch den Exportstempel in unserem Carnet. Also haben wir dem Zollbeamten ,der so was noch nie gemacht hatte, genau erklärt was zu tun ist. Hier unterschreiben, da Stempel, da Datum, ja gut und hier Kennzeichen. Danke, tschüß. Für den Inhalt des Mog hat sich niemand interessiert. Drüben dann 340 Rand auf den Tisch das Hauses und schon knallten die Stempel. Beim Zoll kannte man hier das Carnet und war froh auf das Ausfüllen der hiesigen Formulare verzichten zu können. Anschliessend interessierte sich alles mehr fuer die geplante Tour als fuer unsere Papiere, der mosambikanische Zollbeamte verbrachte die meiste Zeit damit, uns den Grenzuebergang nach Malawi zu beschreiben und auf der Karte zu zeigen, wir waren sowieso die einzigen, die Jungs nahmen sich gerne die Zeit! Noch schnell eine Haftpflichtversicherung fuer das Auto abgeschlossen und ab auf die Sandpiste, die direkt hinter dem Grenzuebergang beginnt. Fuer unseren Unimog kein Problem, der Sand war weniger tief als erwartet und so mussten wir nicht einmal den Reifendruck verringern.
Nach 11 Kilometern folgte dann das verschlafene Punta do Ouro, wie gesagt nur per Sandpiste erreichbar und hauptsaechlich von Tauchern frequentiert. Auf dem Campingplatz fand sich ein freies Plaetzchen und anschliessend ein Bierchen und ab in die Wellen! Das Wasser war geil warm, klar, blau und die Wellen top. Der Unimog steht hier schön 20 m vom Wasser entfernt.

Erstmal den Grill angeschmissen und gefuttert. By the way: Harry wir machen Dir so langsam Konkurrenz….

ab zur Grenze

Über Lusikisiki (Marijuana-Welthauptstadt, wie es heisst) und Flagstaff erreichten wir das Happy Wanderers Resort in der Nähe von Scottborough. Direkte Strandlage mit Privatstrand und Restaurant mit komplettem Boot drinnen als Theke. Erstmal ne Runde im Meer schwimmen, allerdings nur strandnah einerseits wegen der fehlenden Hainetze, andererseits wegen der doch recht kraeftigen Stroemung. Danach was gegessen und ab an die Hansa Theke.


Die naechsten zwei Tage verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Wir fuhren weiter die Kueste entlang und besorgten uns zunaechst in Durban die letzten Ersatzteile, im speziellen zwei dringend benoetigte Dieselfilter, nachdem wir staendig anhalten und die alten immer wieder durchpusten mussten , unser Zusatztank vom Schrott war wohl doch ein bisschen verrostet….Wir uebernachteten zwei Tage im Dolphins Resort knapp noerdlich von Durban und verbrachten zwei ausgesprochen nette Abende mit Rudy und Deline aus Pretoria, die mit ihren beiden kleinen Kindern da waren. Deline kam urspruenglich aus Muenster und sprach mit ihren Kindern Deutsch. Den beiden verdanken wir viele gute Tipps zur Weiterreise, Rudi kannte insbesondere den Sueden Mosambiks und Botswana sehr gut und schenkte uns einen Reisebericht von ein paar Landroverfahrern, die in etwa unsere Route abgeklappert hatten. Einen ganz herzlichen Gruss an die beiden an dieser Stelle!